Die Hintergründe
Kunst oder öffentliches Ärgernis? Nicht jedes Graffiti ist ein gelungenes Kunstwerk. Es ist ein Genre wie andere auch.
Graffiti war in seinen Anfängen eng mit der abstrakten Malerei, der Kalligraphie und dem Comic verbunden. Graffiti-Künstler, die das Genre prägten, sind heute lebende Legenden. Jeder Künstler prägt seinen eigenen Stil aus, den so genannten "Style" (Stilrichtung der Buchstaben und des Graffito).
Von Insidern der Szene wird kritisiert, dass sich immer mehr Nachahmer ohne eigene kreative Ausdrucksformen finden und nur noch starre Regeln der Szene befolgen. Aber selbst wenn ein "Piece" (großes Bild) in der Szene als Kunstwerk anerkannt ist, stellt sich immer noch die Frage nach der Legalität. Sobald privates Eigentum ungefragt bemalt wird, handelt es sich um illegale Graffiti und damit um Sachbeschädigung. Da die Szene seit ihren Anfängen durch Illegalität geprägt ist, zieht sie vor allem Jugendliche an, die das Abenteuer und die Herausforderung suchen.
Mitläufer verpöhnt
Besonders beliebt ist das "Taggen" (Das Verbreiten des Namens in der ganzen Stadt) in der Gruppe. In der Szene verpöhnt sind die "Schmierfinken", die so genannten Mitläufer, die unorganisiert sprayen, die so genannten "toy". Denen geht es nicht um Kunst, sondern nur noch um den Kick des Verbotenen. Ebenso verhält es sich mit dem "Scratching", also das Zerkratzen von Scheiben in Bahnen und Bussen. Diese Form der Sachbeschädigung hat mit der Kunstform Graffiti nichts mehr gemein. Für die Fahrgäste stellt dies ein besonderes Ärgernis dar. Die Scheiben können dann nur noch ausgewechselt werden. Die Schäden sind immens.