Respekt vor dem Eigentum anderer

In der Öffentlichkeit stößt Graffiti auf eine geteilte Meinung. Jugendliche haben dabei mehr Verständnis als Erwachsene über 30 Jahren.

Regionalzug in Wiese

Viele Jugendliche machen ihre Bewertung von der Schönheit und Ästhetik der Graffitibilder abhängig und bringen damit ihr fehlendes Unrechtsbewusstsein zum Ausdruck.
Problematisch ist die Verharmlosung der weitreichenden Konsequenzen in straf- und zivilrechtlicher Hinsicht, die durch einzelne Szene-Magazine betrieben wird.

Dabei muss man feststellen, dass die Graffitikultur inzwischen kommerzialisiert ist. Die Farbindustrie bietet den Sprayern ein umfangreiches Produktsortiment und diverse Utensilien an, produziert aber auch gleichzeitig diverse Schutzlacke und Folien für die Geschädigten. Auch andere Wirtschaftsbereiche profitieren davon.

Schäden in Millionenhöhe

Der öffentliche Raum wird von den Sprayern inzwischen fast ungebremst für ihre freie Entfaltung genutzt. Das illegale Anbringen von Graffiti beeinträchtigt die Lebensqualität vieler Menschen. Sie fühlen sich unsicher und bedroht. Es entstehen jährlich Schäden in Millionenhöhe, die Eigentümer für die Beseitigung der Schmierereien ausgeben müssen. Hinzu kommen Kosten für Maßnahmen der technischen Prävention, wie Kameraüberwachung, Wachdienste, Antigraffiti-Beschichtungen und das Auftragen von Speziallacken, um Fahrzeuge schneller zu reinigen und vieles mehr. Dieser Kostenaufwand schlägt natürlich negativ zu Buche und bewirkt Preissteigerungen, die die Allgemeinheit zu tragen hat. So sind z.B. Verkehrsunternehmen bei hohen Schadenssummen gezwungen, die Fahrpreise zu erhöhen.

Mittlerweile haben sich viele private und kommunale Bündnisse gebildet, um dem gesellschaftlichen Problem Vandalismus und Graffiti konsequent entgegen zu treten. Hierbei werden unterschiedliche Ansätze und Methoden ausprobiert und im regen Erfahrungsaustausch diskutiert.