Tipps für Eltern

Wenn Sie den Eindruck haben, Ihr Kind sympathisiert mit der Graffitiszene, suchen Sie das vertrauensvolle Gespräch.

schwarz-weiß Konterfei sprechende Menschen

Nehmen Sie sein Interesse ernst und begegnen Sie ihm mit Respekt!

  • Sprechen Sie mit Ihrem Kind und machen Sie ihm die Folgen von illegalen Graffiti klar.
  • Weisen Sie Ihr Kind darauf hin, dass Sprayen die Umwelt belastet. Schädlich sind nicht nur die Lösungsmittel in den Farben, sondern auch die Putzmittel und Chemikalien, die zum Reinigen und Entfernen der Tags und Pieces verwendet werden.
  • Abenteuerlust führt oft zur Selbstüberschätzung, so dass viele Gefahren übersehen oder falsch eingeschätzt werden. Immer wieder kommt es zu schweren Unfällen. Vor allem beim Betreten von Bahnanlagen lauern viele Gefahren. Hier gelten andere Regeln als im Straßenverkehr – Gleiswechselbetrieb, unübersichtliche Weichenführungen, vereiste und rutschige Schienen, die Sogwirkung vorbeifahrender Züge, Stromschienen und vieles mehr können den Sprayern zum Verhängnis werden. Einige Graffiti-Sprayer haben ihr "Hobby" schon mit dem Leben bezahlt.
  • Motivieren Sie Ihr Kind frühzeitig für andere Freizeitaktivitäten, die fordern und begeistern. Den Kick bekommt es auch woanders, z.B. bei sportlichen Aktivitäten.
  • Suchen Sie gemeinsam nach legalen Möglichkeiten und Projekten bei Freizeiteinrichtungen, die pädagogisch betreut werden. Ermöglichen Sie Ihrem Kind bei ausgeprägtem künstlerischen Interesse eine Ausbildung auf einer Kunstschule.
  • Eltern sollten wissen, wo Ihre Kinder übernachten und wer die Freunde sind. Illegale Graffiti werden in den späten Abend- oder Nachtstunden angebracht.
  • Wenn Sie Verdacht geschöpft haben, sprechen Sie Ihre Bedenken an. Wegschauen ist der falsche Weg.
  • Wenn sich Ihr Kind offenbart oder Sie es beim Sprayen erwischt haben, suchen Sie nach einer Möglichkeit der Schadensregulierung. Sprechen Sie mit dem Geschädigten. Nur so können Sie eine strafrechtliche Verfolgung verhindern. Bei dem Gespräch sollte Ihr Kind anwesend sein und sich bei dem Geschädigten entschuldigen.
  • Wenn Sie im Schadensfall die Kosten für Ihr Kind übernehmen, treffen Sie mit ihm entsprechende Abmachungen. Ihr Kind sollte sich in Form von Ratenzahlungen mit seinem Taschengeld daran beteiligen. Empfehlenswert ist auch ein Ausgleich durch entsprechende Arbeiten für den Geschädigten oder für die Familie. Halten Sie die Abmachung konsequent ein.
  • Unterstützen Sie Ihr Kind beim Ausstieg aus der Szene. Der Bruch mit einer Crew ist nicht unproblematisch und erfordert eine Menge Courage.